#1801 Session Mead

Das Jahr 2018 wird mit drei Metansätzen begonnen, da ich einige Monate in Irland unterwegs bin und daher nicht dazu komme, zuhause zu brauen. Während des Aufenthalts bekommt die Hefe dann genügend Zeit ordentlich durchzugären und schon mal mit der Reifung zu beginnen. Ich hoffe, dass sie dabei noch nicht frühzeitig mit der autolysiert, bevor ich zurück komme um die Ansätze von der Hefe zu nehmen. Die verwendete Honigsorte ist bei allen dreien die selbe, da ich davon noch ein paar Kilo da hatte und auch froh war sie zu verarbeiten bevor es wieder warm wird. Dabei handelt es sich um den selben Frühlingshonig, der auch beim #1714 Rubamel zum Einsatz kam.

Bei diesem Ansatz wollte ich einen Met machen, den man zum Beispiel wie einen normalen Cider trinken kann. Er soll also um die 4-5% Alkohol und und ansprechende Karbonisierung haben. Dementsprechend habe ich dem Ansatz nur so viel Honig beigegeben, bis die Stammwürze etwa 11°P war. Da mir der Charakter meines Ciders gefiel, habe ich in diesem Fall ebenfalls auf die Safale US-05 Hefe zurückgegriffen anstelle einer Weinhefe. Konkret sah das ganze aus wie folgt:

Rezept
Für ca 19L (damit 1L im Gärfass zurückbleiben kann und trotzdem ein 18L Keg befüllt werden kann)
ca. 16,1L Wasser
ca. 2,9kg Honig
Hefenahrung nach Anweisung für Wein
1Pk Safale US-05

Der Met wurde mit ca 10,8°P bei 20°C Zimmertemperatur angestellt.
Geplant ist ausserdem ihn mit ca 6-6,5g CO2 pro Liter zu karbonisieren und so ein erfrischendes Getränk zu bereiten.

#1715 Göttinger IPA

Es gibt eine große Anzahl an Subkategorien des beliebten India Pale Ales. Da sind englische, amerikanische, belgische, helle, dunkle, doppelte und dreifache, und die meisten haben auch noch weitere Unterkategorien wie man am amerikanischen Westcoast-, Eastcoast- oder dem New England IPA sehen kann.
Da dachte ich mir, warum eigentlich nicht mal ein IPA entwerfen, dass zu dem Ort gehört, in dem ich lebe und braue. Ich bin ein großer Freund verschiedener Westcoast IPAs, weshalb die Hopfengaben daran angelehnt sind. Anstelle der beliebten fruchtigen typischen Hopfensorten dieses Stils will ich es aber mit den deutschen Hopfensorten Spalter Spalt und Spalter Select einbrauen. Für den regionalen Bezug werden darüber hinaus ein paar leckere Kräuter beigegeben, die zwar nicht nur in der Nähe Göttingens wachsen, aber doch auch. Es handelt sich dabei um Blüten von Schafgarbe, Mädesüß, Heide und Holunder
Vom Maischeprogramm her soll es trotz der höheren Stammwürze eher schlanker werden und als Hefe habe ich eine deutsche Kölschhefe ausgewählt.
Die Diskussion im Hobbybrauerforum zu diesem Rezept befindet sich hier.

Rezept:
Stammwürze: 16°P
Bitterkeit: 50 IBU
CO2-Gehalt: 5,5g/L

90% Pilsner Malz
5% Carapils
5% Haferflocken (zart)

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#1714 Rubamel

Bei diesem Ansatz wird, wie vor kurzem schonmal, auf Honig als Hauptzutat neben Wasser zurückgegriffen. Insbesondere auf englischsprachigen Portalen findet man einige vielversprechende Berichte von Kombinationen mit verschiedensten Zutaten, von Obst und Gemüse bis zu Gewürzkombinationen. Beeren scheinen allgemein sehr beliebt zu sein und meine Lieblingsbeere ist die Himbeere. Deswegen, und weil man Himbeeren sehr gut tiefgefroren im Supermarkt bekommen kann, wurde sie ausgewählt. Übrigens haben viele dieser Kombinationen eigene Namen, Met mit Himbeeren heißt Rubamel. Zur Vorbereitung dieses Ansatzes habe ich neben den Onlinequellen auch noch das Buch “The Compleat Meadmaker” von Ken Schramm zu Rate gezogen.

An den Honig für diesen Ansatz kam ich sehr günstig heran. Ich habe auf dem örtlichen Wochenmarkt einen Imker angesprochen, ob man Honig auch in größeren Gebinden als 500g Gläsern bekommen könnte, was er aktuell leider verneinen musste, da bereits der ganze Honig dieses Jahres durch war. Glücklicherweise hatte er noch einen Eimer mit ca 14kg Frühlingshonig, der auf ihn den Eindruck machte, als würde er angären. Diesen hat er mir sehr kostengünstig überlassen und ich habe keine Anzeichen von Gärung, weder im optisch oder im Geruch noch im Geschmack finden können. Zur Sicherheit habe ich trotzdem hier eine Hefe verwendet, die in der Lage ist wilde Hefen zu unterdrücken.

Die verwendeten Himbeeren sind tiefgekühlt von Rewe und wurden meinerseits nicht weiter behandelt. Durch die Kälte werden die Zellen aufgebrochen und es geht mehr von der Himbeere in den Rubamel über.

Rezept:
Für ca 18L
12L Wasser
6kg Honig
4,1kg Himbeeren, tiefgekühlt
Hefenahrung nach Anweisung für Wein
1x 7gPk Bioferm Hefe “Killer” „#1714 Rubamel“ weiterlesen

#1713 Richtiges Leben in Flaschen

Bei diesem Sud wird wieder einmal auf ein erprobtes Rezept anderer Leute zurückgegriffen. Diesmal wird es ein Bier, bei dem sich Imperial Stout und IPA treffen. Man könnte es stilistisch als Imperial Black IPA bezeichnen. Das Originalrezept trägt den Namen “Dark Impact” und wird vom Stil her außer Kategorie sortiert. Es verspricht “Comet Hopfenfeuerwerk trifft Röstmalz” und darauf kann man sich ja freuen.

Den Beschreibungen anderer Hobbybrauer zufolge, soll es eine leckere Mischung aus Schoko- und Kaffenoten mit Blaubeere und Vanille mit einem cremigen Mundgefühl sein.

Der Name dieses Raketenbräu-Sudes bezieht sich auf ein Zitat von Adorno. Im Original heißt es “Es gibt kein richtiges Leben im Falschen” und er zielt nicht auf Förderung von Alkoholismus ab.

Rezept
Stammwürze: 22°P (es sind am Ende nur 20°P geworden)
Bitterkeit: 85 IBU
CO2-Gehalt: 5,5g/L

71,4% Pilsener Malz
14,3% Münchner Malz, Hell
7,1% Weizenmalz, hell
4,3% Carafa II
2,9% Caraaroma

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#1712 Erster Met

Wenn man sich nun schon einige Zeit mit fermentierten Getränken auseinandergesetzt hat, kommt es doch gelegentlich wieder vor, dass man ein bisschen weiter über den Tellerrand hinausschaut. Dieses mal soll es ein Met sein, und zwar ein traditioneller ohne Früchte mit einer leichten Restsüße. Halbtrocken also. Laut S.57 in der Brew Your Own Ausgabe vom Oktober 2017 gilt ein Met mit bis zu 5°P Restsüße als halbtrocken, laut Beer Judgement Certification Program 2015 geht es von 2,5°P bis 6°P und auch WYEAST hat einen interessanten Mead Style Guide.

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#1711 Leineschluck

Der Leineschluck ist ein Versuch ein Bier zu brauen, das dem Altantik Ale von Störtebeker ähnlich ist. Es ist angenehm hopfenaromatisch mit ausgewogener Bittere und dabei eher schlank. Darüber wurde auch viel im Hobbybrauerforum diskutiert und ich braue hier ein Rezept des Users Brauwolf mit Modifikationen nach. Der Name bezieht sich auf die Leine, die durch Göttingen fließt.

Interessant finde ich dabei insbesondere das Rastprogramm. Neben der gewohnten Temperaturen in denen die Beta- bzw. Alphaamylase ihr jeweiliges Optimum haben, wird hier zusätzlich noch eine Kombirast gemacht. Dies hat folgenden Zweck: “Ziel und Hoffnung ist es dabei, dass die Betaamylase nach dem Hauptteil ihrer Arbeit noch eine aktive Zeit hat, um die durch die Alphaamylase neu freigesetzten Enden der Stärkeketten abzubauen” (Forenuser Bilbobreu). Dadurch soll ein höherer Vergärgrad und damit ein trockeneres Bier möglich werden.

Modifiziert wird das Rezept insofern, als dass am Ende des Brautages noch eine ordentliche Whirlpoolhopfung erfolgt.

Rezept
Stammwürze: 11,9°P
Bitterkeit: 42 IBU
CO2-Gehalt: 5,5g/L

77,2% Pilsener Malz
18,2% Weizenmalz, hell
4,6% Carapils

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#1710 Red Wedding

Nach einem einwöchigen Aufenthalt in Irland wird mit diesem Sud mal wieder ein neuer Bierstil ausprobiert: ein Irish Red Ale. Anlass ist der Junggesellenabschied eines Freundes, der Game of Thrones mag. Das schreit dann ja geradezu nach Red Wedding.

Dabei war mir die Farbe besonders wichtig, was aber leider von vielen Faktoren abhängt. Im Kern ist es dieses Rezept, mit leichten Änderungen. So verzichte ich auf Brewers Gold und verwende den Cluster auch als Bittergabe. Außerdem benutze ich auch Irish Moss, denn im klareren Bier dürfte es eher rötlich als bräunlich werden.

Rezept
Stammwürze: 12°P
Bitterkeit: 28 IBU
CO2-Gehalt: 5,0g/L

50% Pale Ale Malz
50% Red X

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#1709 Cookie Dude

Dieser Sud ist mal wieder etwas ganz besonderes. Zu Beginn stand aus einer Laune heraus der Gedanke, ein sehr intensives Bier zu brauen, das an American Chocolate Chip Cookies erinnert. Also schön keksig und schokoladig.
Dazu habe ich vor einigen Monaten bereits hier im Hobbybrauerforum um Expertise gebeten und sie auch erhalten. Am Ende der Überlegungen steht das Rezept, das ihr unten finden könnt. In diesem Bier kommen einige Besonderheiten zusammen. Zum einen arbeite ich hier das erste mal mit einigen neuen Malzen (Châteu Biscuit mit Schüttungsanteil oberhalb der empfohlenen maximalen 15%, Caraamber, Caraaroma) und es kommen auch einige selbst angeröstete Haferflocken in die Schüttung (im Ofen bei 150°C, ca 10-30min bis es leicht nach Haferkeksen riecht). Zum anderen ist dieses Bier auch das erste, bei dem ich Honig, Kakaobruch, Vanille, Eichenchips und Whiskey verwendet habe, ich werde unten aber auch ein paar nützliche Links zum Umgang mit diesen Materialien bereitstellen. Schlussendlich sollen Teile dieses Bieres ausgefroren und so zu einer Art Eisbock werden.

Rezept
Stammwürze: 20,7°P
Bitterkeit: 40 IBU
CO2-Gehalt: 5,0g/L

61% Pale Ale Malz
20% Châteu Biscuit Malz
8% selbstgeröstete Haferflocken, zart
7% Caraamber
3% Caraaroma
1% Carafa II

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#1708 Saphirweizen

Es wird mal wieder Zeit für ein Weizenbier. Es passt gut zu den Temperaturen in dieser Jahreszeit und braucht glücklicherweise nur ganz kurz bis es reif ist. Meine bisherigen Weizenversuche zielten darauf ab besonders bananige Biere zu erzeugen, wobei die Rezepte dann auf dem Triticum Wormatia basierten. Diesmal sollte es ein bisschen ausgewogener zwischen Nelke und Banane sein und zum Glück gibts im Braumagazin einen sehr guten Artikel darüber, wie man hier was erreicht.

Rezept
Stammwürze 13°P
Bitterkeit: 18 IBU
CO2-Gehalt: 8,0 g/L

60% Weizenmalz, hell
25% Pilsner Malz
10% Münchner Malz II
5,0% CaraWheat

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#1707 Solarenergie+

Dieser Sud ist ganz ähnlich wieder Sud #6, der ja schon ziemlich lecker war. Das Rezept wurde ein wenig hier und da verändert in der Hoffnung, dass es diesmal noch besser gefällt. Es ist also wieder ein sogenanntes “Samba Pale Ale” mit vier Getreidearten. Änderungen gab es hauptsächlich beim Hopfen, aber auch die Schüttung wurde verändert. Beispielsweise wurden die Cornflakes durch mehr Polenta ersetzt, da so keine angerissenen Polentapackungen übrig blieben. Aus ähnlichen Überlegungen wurde auch der Haferflockenanteil erhöht. Da es beim letzten mal ziemlich lecker war obwohl wir das Caramalz vergessen hatten, haben wir es diesmal einfach von vornherein weggelassen.

Rezept
Stammwürze: 13°P
Bitterkeit: 30 IBU
CO2-Gehalt: 5,5 g/L

69% Pilsner Malz
14% Weizenmalz, hell
11,8% Polenta (Alnatura)
5,2% Haferflocken (Kölln, Blütenzart)

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