#1713 Richtiges Leben in Flaschen

Bei diesem Sud wird wieder einmal auf ein erprobtes Rezept anderer Leute zurückgegriffen. Diesmal wird es ein Bier, bei dem sich Imperial Stout und IPA treffen. Man könnte es stilistisch als Imperial Black IPA bezeichnen. Das Originalrezept trägt den Namen „Dark Impact“ und wird vom Stil her außer Kategorie sortiert. Es verspricht „Comet Hopfenfeuerwerk trifft Röstmalz“ und darauf kann man sich ja freuen.

Den Beschreibungen anderer Hobbybrauer zufolge, soll es eine leckere Mischung aus Schoko- und Kaffenoten mit Blaubeere und Vanille mit einem cremigen Mundgefühl sein.

Der Name dieses Raketenbräu-Sudes bezieht sich auf ein Zitat von Adorno. Im Original heißt es „Es gibt kein richtiges Leben im Falschen“ und er zielt nicht auf Förderung von Alkoholismus ab.

Rezept
Stammwürze: 22°P (es sind am Ende nur 20°P geworden)
Bitterkeit: 85 IBU
CO2-Gehalt: 5,5g/L

71,4% Pilsener Malz
14,3% Münchner Malz, Hell
7,1% Weizenmalz, hell
4,3% Carafa II
2,9% Caraaroma

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#1712 Erster Met

Wenn man sich nun schon einige Zeit mit fermentierten Getränken auseinandergesetzt hat, kommt es doch gelegentlich wieder vor, dass man ein bisschen weiter über den Tellerrand hinausschaut. Dieses mal soll es ein Met sein, und zwar ein traditioneller ohne Früchte mit einer leichten Restsüße. Halbtrocken also. Laut S.57 in der Brew Your Own Ausgabe vom Oktober 2017 gilt ein Met mit bis zu 5°P Restsüße als halbtrocken, laut Beer Judgement Certification Program 2015 geht es von 2,5°P bis 6°P und auch WYEAST hat einen interessanten Mead Style Guide.

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#1711 Leineschluck

Der Leineschluck ist ein Versuch ein Bier zu brauen, das dem Altantik Ale von Störtebeker ähnlich ist. Es ist angenehm hopfenaromatisch mit ausgewogener Bittere und dabei eher schlank. Darüber wurde auch viel im Hobbybrauerforum diskutiert und ich braue hier ein Rezept des Users Brauwolf mit Modifikationen nach. Der Name bezieht sich auf die Leine, die durch Göttingen fließt.

Interessant finde ich dabei insbesondere das Rastprogramm. Neben der gewohnten Temperaturen in denen die Beta- bzw. Alphaamylase ihr jeweiliges Optimum haben, wird hier zusätzlich noch eine Kombirast gemacht. Dies hat folgenden Zweck: „Ziel und Hoffnung ist es dabei, dass die Betaamylase nach dem Hauptteil ihrer Arbeit noch eine aktive Zeit hat, um die durch die Alphaamylase neu freigesetzten Enden der Stärkeketten abzubauen“ (Forenuser Bilbobreu). Dadurch soll ein höherer Vergärgrad und damit ein trockeneres Bier möglich werden.

Modifiziert wird das Rezept insofern, als dass am Ende des Brautages noch eine ordentliche Whirlpoolhopfung erfolgt.

Rezept
Stammwürze: 11,9°P
Bitterkeit: 42 IBU
CO2-Gehalt: 5,5g/L

77,2% Pilsener Malz
18,2% Weizenmalz, hell
4,6% Carapils

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Hopfenernte 2017 (aktualisiert)

Ein schöner Anblick

Es ist mal wieder soweit: der Gartenhopfen ist bereit zur Ernte. Bereits seit 3 Jahren wachsen dort ein paar Cascade-Pflanzen, die ich mir seinerzeit von Eickelmann besorgt hatte. Im vergangenen und in diesem Jahr habe ich die Pflanzen auch vielfältig über das Abschneiden und Einpflanzen der Frühlingstriebe vermehrt und die allermeisten an andere Hobbybrauerinnen und Hobbybrauer aus der Gegend verschenkt. Ein paar wenige habe ich jedoch behalten und zu den anderen gepflanzt, sodass die diesjährige Ernte insgesamt acht Cascade-Pflanzen umfasste.

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#1710 Red Wedding

Nach einem einwöchigen Aufenthalt in Irland wird mit diesem Sud mal wieder ein neuer Bierstil ausprobiert: ein Irish Red Ale. Anlass ist der Junggesellenabschied eines Freundes, der Game of Thrones mag. Das schreit dann ja geradezu nach Red Wedding.

Dabei war mir die Farbe besonders wichtig, was aber leider von vielen Faktoren abhängt. Im Kern ist es dieses Rezept, mit leichten Änderungen. So verzichte ich auf Brewers Gold und verwende den Cluster auch als Bittergabe. Außerdem benutze ich auch Irish Moss, denn im klareren Bier dürfte es eher rötlich als bräunlich werden.

Rezept
Stammwürze: 12°P
Bitterkeit: 28 IBU
CO2-Gehalt: 5,0g/L

50% Pale Ale Malz
50% Red X

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#1709 Cookie Dude

Dieser Sud ist mal wieder etwas ganz besonderes. Zu Beginn stand aus einer Laune heraus der Gedanke, ein sehr intensives Bier zu brauen, das an American Chocolate Chip Cookies erinnert. Also schön keksig und schokoladig.
Dazu habe ich vor einigen Monaten bereits hier im Hobbybrauerforum um Expertise gebeten und sie auch erhalten. Am Ende der Überlegungen steht das Rezept, das ihr unten finden könnt. In diesem Bier kommen einige Besonderheiten zusammen. Zum einen arbeite ich hier das erste mal mit einigen neuen Malzen (Châteu Biscuit mit Schüttungsanteil oberhalb der empfohlenen maximalen 15%, Caraamber, Caraaroma) und es kommen auch einige selbst angeröstete Haferflocken in die Schüttung (im Ofen bei 150°C, ca 10-30min bis es leicht nach Haferkeksen riecht). Zum anderen ist dieses Bier auch das erste, bei dem ich Honig, Kakaobruch, Vanille, Eichenchips und Whiskey verwendet habe, ich werde unten aber auch ein paar nützliche Links zum Umgang mit diesen Materialien bereitstellen. Schlussendlich sollen Teile dieses Bieres ausgefroren und so zu einer Art Eisbock werden.

Rezept
Stammwürze: 20,7°P
Bitterkeit: 40 IBU
CO2-Gehalt: 5,0g/L

61% Pale Ale Malz
20% Châteu Biscuit Malz
8% selbstgeröstete Haferflocken, zart
7% Caraamber
3% Caraaroma
1% Carafa II

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Rückblick: 1. Deutsche Meisterschaft der Hobbybrauer

Die Veranstaltung ist vorbei und gewonnen haben wir leider keinen Platz auf dem Treppchen. Viel Spaß hat es uns dennoch bereitet und wir empfehlen anderen Hobbybrauerinnen und Hobbybrauern auch an entsprechenden Veranstaltungen und Wettbewerben teilzunehmen.

Neben dem Faktor, dass es einfach Spaß macht Menschen mit Bier glücklich zu machen, gibt es nämlich noch viele weitere, die für eine Teilnahme sprechen. Zum einen lernt man andere mit dem gleichen Hobby kennen, die unter Umständen gar nicht so weit von einem selbst entfernt wohnen. Die anderen Teilnehmer aus Niedersachsen kamen alle quasi aus der Nähe von Göttingen und ein Treffen außerhalb des Rahmens des Störtebeker Events wurde abgesprochen.
Zum anderen bekommt man so direkt Rückmeldung von Leuten, die das Bier probiert haben, die unter Umständen mit professionellem Hintergrund aufwaten können. Ich war beispielsweise beeindruckt, als ein Sommelier mir zumindest diejenigen Hopfensorten nennen konnte, die als Aromagaben und zur Kalthopfung verwendet wurden. Unter Umständen bekommt man so recht genaues Feedback und Tips zur Verbesserung des Bieres. Und es fühlt sich einfach gut an, wenn jemand den man nicht kennt einen Schluck vom Selbstgebrauten nimmt und einem sofort begeistert seine Stimme für den Publikumspreis reicht.
Darüber hinaus haben wir auch noch einiges für’s nächste mal gelernt. Wir hatten bei unserer Präsentation beispielsweise eher andere Brauerinnen und Brauer vor Augen. Dass technische Details und Prozentangaben nicht automatisch bei allen Bierfans in den Stil und die Art des Bieres übersetzt werden liegt auf der Hand. Sobald wir dann aber das Solarenergie+ als frisches, fruchtiges Pale Ale angepriesen haben, wollten es gleich viel mehr Leute probieren.

Schlussendlich muss man auch Störtebeker für das tolle Event danken. Sie helfen so dabei das Hobby bekannter zu machen und haben sich obendrein auch noch gut um uns Teilnehmende gekümmert: Es gab ein paar Speisen und Getränke am Anreisetag, die Möglichkeit das Bier auszustellen, fachkundliche Untersuchung (deren Ergebnisse uns noch zugeschickt werden) und zum Abschied eine Störtebeker Entdeckerkiste inklusive zweier hübscher Gläser. Eine gute Gastgeberin, diese Störtebeker Braumanufaktur.

Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft der Hobbybrauer

Nur noch wenige Wochen bis zur Deutschen Meisterschaft der Hobbybrauer – und wir werden teilnehmen! Am 28. und 29. Juli wird das Event von der Störtebeker Braumanufaktur in Stralsund ausgerichtet.

Wir treten in beiden möglichen Kategorien an: Helles Bockbier und Kreativbier. Die Bockbiere werden von einer professionellen Jury bewertet, während das Kreativbier um den Publikumspreis kämpft. Dabei schicken wir den Goldenen Oktober und das Solarenergie+ ins Rennen. Drückt uns die Daumen und kommt uns an unserem Stand besuchen!

Test: IPA in Flaschen mit und ohne CO2-Vorspülung

Da man mit der Beergun beim Flaschenbefüllen die Flasche mit CO2 spülen kann bevor man sie mit Bier befüllt und dann nochmal bevor man die Flasche verkorkt, haben wir mal einen kleinen Test gemacht. Wir haben eine Flasche des Hallertauer Sorachi Ace IPA abgefüllt ohne die Flasche mit CO2 zu behandeln und jetzt 5 Monate später im Vergleich verköstigt. Dabei wollten wir feststellen, wie es sich auswirkt, wenn unser hopfengestopftes IPA über so einen langen Zeitraum mit normaler sauerstoffhaltiger Luft abgefüllt wurde (zum Einfluss von Sauerstoff aufs Bier hier ein Artikel des Braumagazin).

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#1708 Saphirweizen

Es wird mal wieder Zeit für ein Weizenbier. Es passt gut zu den Temperaturen in dieser Jahreszeit und braucht glücklicherweise nur ganz kurz bis es reif ist. Meine bisherigen Weizenversuche zielten darauf ab besonders bananige Biere zu erzeugen, wobei die Rezepte dann auf dem Triticum Wormatia basierten. Diesmal sollte es ein bisschen ausgewogener zwischen Nelke und Banane sein und zum Glück gibts im Braumagazin einen sehr guten Artikel darüber, wie man hier was erreicht.

Rezept
Stammwürze 13°P
Bitterkeit: 18 IBU
CO2-Gehalt: 8,0 g/L

60% Weizenmalz, hell
25% Pilsner Malz
10% Münchner Malz II
5,0% CaraWheat

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