#1712 Erster Met

Wenn man sich nun schon einige Zeit mit fermentierten Getränken auseinandergesetzt hat, kommt es doch gelegentlich wieder vor, dass man ein bisschen weiter über den Tellerrand hinausschaut. Dieses mal soll es ein Met sein, und zwar ein traditioneller ohne Früchte mit einer leichten Restsüße. Halbtrocken also. Laut S.57 in der Brew Your Own Ausgabe vom Oktober 2017 gilt ein Met mit bis zu 5°P Restsüße als halbtrocken, laut Beer Judgement Certification Program 2015 geht es von 2,5°P bis 6°P und auch WYEAST hat einen interessanten Mead Style Guide.

Für meinen halbtrockenen peile ich 4°P Restsüße an. Die Hefe die ich mir ausgesucht habe hat eine Alkoholtoleranz von 11%, daher habe ich den Ansatz so geplant, dass 25°P vor der Gärung vorliegen sollen. Dies habe ich auf der Annahme errechnet, dass Honig zu ca. 85% aus Zucker besteht, über die ich im Hobbybrauerforum mehrfach gestolpert bin.

Vor dem Ansetzen habe ich ein bisschen recherchiert, aber vermutlich nicht genug für ein optimales Ergebnis. Neben den bereits genannten Quellen gibt es einiges auf honigweinkeller.de zu lernen und ich habe bei diesem Ansatz den Teilberich des Säuremanagement erstmal ignoriert. Es kam mir tatsächlich recht merkwürdig vor, riesige Anteile Apfelsaft zu verwenden, wenn ich doch eigentlich einen puren Honigmet machen möchte, aber da kann ich mich sicherlich noch viel weiter einarbeiten. Worin sich jedenfalls alle Quellen einig sind: Man muss Hefenahrung verwenden, da die Hefe im Honig so gut wie keine Vitamine und Mineralstoffe vorfindet, wie sie es in Würze tut. Damit die Hefe also gesund bleibt und anständig arbeitet habe ich mir eine WYEAST Hefenahrung Mischung besorgt und nach Verkäuferangabe die für Weine empfohlene  Menge von 2g/10L verwendet. Einige Quellen empfehlen, die Hefenahrung zu unterschiedlichen Zeitpunkten zu geben, jedoch habe ich bisher noch keine Begründung dafür finden können. Daher wog ich es mit dem Risiko, einen ungehopften Ansatz regelmäßig der Umgebungsluft auszusetzen, ab und entschied mich erst einmal dagegen. Entsprechend habe ich die Hefenahrung komplett zu Beginn und vor der Hefe hinzugefügt.

Rezept
Mein simples Rezept für diesen Ansatz sieht folgendermaßen aus:

1,5kg Lindenblütenhonig
1,5kg Sonnenblumenhonig
7,2L Wasser
2g Wyeast Hefenahrung Blend
Wyeast #4184 Sweet Mead Hefe

Brautag
Da einige der Gläser bereits kristallisierten Honig enthielten, habe ich sie in ein warmes Wasserbad gestellt. Dann habe ich die Hefenahrung in etwas Wasser aufgelößt und in den gereinigten und desinfizierten Gäreimer gegeben. Anschließend habe ich es mit dem Rest des benötigten Wasser aufgefüllt. Dann wurden die Gläser eins nach dem anderen in den Gäreimer entleert und teilweise ausgekratzt und schlussendlich wurde richtig viel gerührt und die Hefe zugegeben. Der Honig soll sich ja im Wasser auflösen und außerdem braucht die Hefe in der Phase zu Gärbeginn viel Sauerstoff als Bausteine für Zellwände und damit für gute Vermehrung..

Gärung und Lagerung
Der Ansatz steht bei 19-20°C in bewohnten Räumen.

Verköstigung

 

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