#1711 Leineschluck

Der Leineschluck ist ein Versuch ein Bier zu brauen, das dem Altantik Ale von Störtebeker ähnlich ist. Es ist angenehm hopfenaromatisch mit ausgewogener Bittere und dabei eher schlank. Darüber wurde auch viel im Hobbybrauerforum diskutiert und ich braue hier ein Rezept des Users Brauwolf mit Modifikationen nach. Der Name bezieht sich auf die Leine, die durch Göttingen fließt.

Interessant finde ich dabei insbesondere das Rastprogramm. Neben der gewohnten Temperaturen in denen die Beta- bzw. Alphaamylase ihr jeweiliges Optimum haben, wird hier zusätzlich noch eine Kombirast gemacht. Dies hat folgenden Zweck: “Ziel und Hoffnung ist es dabei, dass die Betaamylase nach dem Hauptteil ihrer Arbeit noch eine aktive Zeit hat, um die durch die Alphaamylase neu freigesetzten Enden der Stärkeketten abzubauen” (Forenuser Bilbobreu). Dadurch soll ein höherer Vergärgrad und damit ein trockeneres Bier möglich werden.

Modifiziert wird das Rezept insofern, als dass am Ende des Brautages noch eine ordentliche Whirlpoolhopfung erfolgt.

Rezept
Stammwürze: 11,9°P
Bitterkeit: 42 IBU
CO2-Gehalt: 5,5g/L

77,2% Pilsener Malz
18,2% Weizenmalz, hell
4,6% Carapils

Einmaischen bei 57°C
Maltoserast 63°C für 30min
Kombirast 67°C für 40min
Verzuckerungsrast 72°C für 20min
Abmaischen bei 78°C

Hopfenkochen 70min
Hallertauer Perle 10% als Vorderwürzehopfung
Hallertauer Tradition 31% als Vorderwürzehopfung
Citra 16% als Vorderwürzehopfung
Irish Moss 0,1g/L 10min
Amarillo 17% 5min
Cascade 10% 5min
Citra 16% 5min

Whirlpoolhopfung: 2,3g/L Amarillo, 2,4g/L Cascade und 2g/LCitra bei 80°C für 30min in den Whirlpool

Hefe: GOZDAWA Pure Ale Yeast (PAY7)

Das Brauen
Es war ein entspannter Brautag, der diesmal etwas länger als sonst gedauert hat. Das liegt zum einen an dem etwas länger anhaltenden Maischeprogramm und zum anderen an dem Whirlpool am Ende, der noch einmal eine halbe Stunde Verlängerung mitgebracht hat.

Gärung und Lagerung
Vergoren wird das Bier für etwa zwei-drei Wochen bei ca 17°C im Keller. Anschließend geht es ab ins Keg, das weitere drei Wochen bei 5°C steht und aufkarbonisiert wird.

Verköstigung
Das Bier kam ziemlich gut beim Verköstigen an. Es kommt wirklich ungeheuerlich nah an die Vorlage heran. Es ist schön schlank, ziemlich klar und strohgelb mit einer angenehmen Bittere die sich nicht verstecken muss. Im Vordergrund stehen aber eindeutig die fruchtigen Aromen des Hopfens.

Leider hatte es meiner Meinung nach aber auch eine leichte Schwefelnote, was mir aber nur wenige Testpersonen bestätigen wollten. Ich würde bei einem erneuten Brautag mit diesem Hefestamm, der mir vorher gänzlich unbekannt war, auf jeden Fall vor dem Abfüllen eine Geschmacksprobe in Hinblick auf Schwefeleindrücke machen und das Bier gegebenenfalls lieber noch eine weitere Woche auf der Hefe lassen, damit sie den Schwefelwasserstoff noch weiter abbauen kann (vergleiche Brau!magazin-Artikel). Wegen des Schwefels gibts von mir einen Punkt Abzug und das Bier landet bei 4/5 Punkten.

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