India Pale Ale Testreihe

Um ein paar mehr Hopfensorten kennenzulernen werden demnächst sechs Sude IPAs gebraut werden, deren Rezeptur sich in allen Bereichen außer dem Hopfen gleichen. Dabei habe ich versucht ausschließlich Single Hop Biere zu planen, was manchmal aber an der Verfügbarkeit des Hopfen scheiterte. Außerdem habe ich teilweise die geplanten Hopfengaben verändert, nachdem der Hopfen bereits bestellt wurde, was nun in unterschiedlichen Mengen „Resthopfen“ resultierte. Da ich da aber keine Lust auf übrigen Hopfen habe, werden entsprechend die Whirlpool- und Stopfhopfenmengen erhöht.

Die Hopfensorten sind…

  1. Callista
    Eine von zwei neuen Hüller Aromahopfensorten, die 2016 auf den Markt gekommen sind (die andere ist Ariana). Diese Neuzüchtung soll angeblich zeigen, dass auch in Deutschland angebauter Hopfen ähnlich fruchtig sein kann, wie man es beispielsweise von neuseeländischen Sorten kennt.
    Laut der Bayrischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) soll diese Sorte in obergärigen Bieren „fruchtig, Orange, Mandarine, Maracuja, Ananas“ ins Bier bringen, während Hopfen der Welt (HdW) die Sorte mit „hopfig, fruchtig, süße Früchte, Waldbeeren, Grapefruit, würzig“ beschreibt. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt!
    Den Bericht gibt’s hier.
  2. Hallertauer Blanc
    Diese Sorte, die 2012 auf den Markt kam, hat mich schon länger gereizt. Angeblich soll das Aroma dieses Hopfens ein „blumiges Aroma mit verschiedensten fruchtigen Noten, vergleichbar mit dem Bouquet eines Weißweines“ mitbringen (HdW). Eigentlich hatte ich mir mal vorgenommen, dann auch ein Bier zu brauen, das ein bisschen mehr in Richtung Weißwein geht, aber jetzt wird er trotzdem als Teil der IPA-Reihe kennengelernt. Übrigens werden als konkrete Aromen folgende benannt: „blumig, Passionsfrucht, Stachelbeere, Grapefruit, Ananas“. Die LfL Bayern sagt „Grüne Früchte, Mango, Stachelbeere“.
  3. Hallertauer Sorachi Ace
    Diese Sorte gibt es eigentlich gar nicht. Sorachi Ace ist eigentlich eine japanische Hopfensorte, die soweit ich gehört habe aber nur noch in den USA angebaut wird. Doch anscheinend hat ein Hopfenbauer in der Hallertau testweise welchen angebaut und durch ein bisschen Glück und einen sehr netten Forums-User mit entsprechenden Bekanntschaften konnte ich 200g dieses seltenen Hopfens ergattern.
    Sein Aroma wird beschrieben als „starkes Lemonaroma, Kokos“ (HdW) oder „Kinderpunsch, Litschi, überreife Orange, Orange, Ingwer, Zitronengras“ (Barth-Haas).
    Der Post zu dem Bier befindet sich hier.
  4. Hüll Melon
    Ebenfalls erst seit 2012 auf dem Markt is Hüll Melon. Wie der Name schon erwarten lässt, soll diese Sorte u.a. das Aroma von Honigmelone ins Bier bringen. Außerdem sollen es noch „süßliche Aromen, Aprikose, Erdbeere“ (LfL) sein. Aus dem 2012er Schwung an neuen Hopfensorten aus Hüll hatte mich bisher nur Mandarina Bavaria und kürzlich Polaris erreicht – allerdings habe ich auch mit den Sorten noch nie gebraut, was ich natürlich gern ändern würde. Jedoch wäre die Liste der Hopfensorten, die ich gern mal kennenlernen würde, dann vielleicht doch zu lang…
  5. Southern Dawn
    An die beiden eher unbekannten Sorten Southern Dawn und Southern Promise kam ich, da ein User im Hobbybrauerforum eine Sammelbestellung für diese Südafrikanischen Hopfensorten organisierte. Laut SAB Hop Farms kann man von Southern Dawn Quitte, Zitronengras, Ingwer, Erdbeeren, Zitrus und Kamille erwarten. Aus Kostengründen habe ich von diesen Sorten nur 200g mitbestellt, sodass ich die Aromahopfengaben weniger ausgiebig machen und zur Bitterungsgabe auf Magnum zurückgreifen werde.
  6. Southern Promise
    Ähnliches wie bei Southern Dawn gilt auch für diese Sorte. Sie unterscheidet sich aber in der Aromenbeschreibung der selben Quelle. So soll das Aroma Gemüse, rote Beeren, Zitrus, würzig, blumig, holzig beinhalten. Das klingt nach einer ungewöhnlichen Kombination aus Aromen, auf die ich mich ebenso freue.

Das Grundrezept wird bei diesen Experimenten wie folgt aussehen:

Stammwürze: 15,5°P
Bitterkeit: 70 IBU
CO2-Gehalt: 5,0g/L oder 5,5g/L

92% Pale Ale Malz
8% Carahell

Einmaischen bei 60°C
Kombirast bei 67°C für 70min (wobei ich hier noch überlege, ob ich die Temperatur vlt noch 1 oder 2 Grad niedriger ansetzen sollte um es etwas schlanker zu machen)
Abmaischen bei 78°C

Hopfenkochen 75min
20% des Hopfens als Vorderwürzehopfung
10% des Hopfens 20min
35% des Hopfens 10min
35% des Hopfens 5 min
ca. 3 bis 6 g/L Hopfen in den 80°C Whirlpool für 30min
ca. 3 bis 9 g/L Hopfen für 4 Tage stopfen wenn die Hauptgärung durch ist.

Die beiden letztgenannten Hopfengaben variieren aus genannten Gründen von Sorte zu Sorte.

Vergoren wird mit der allseits beliebten US-05 Hefe. Da diese dafür bekannt ist nicht besonders gut zu sedimentieren, denke ich außerdem über 0,1g/L Irish Moss 10min vor Kochende nach.

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