#1701 Fraoch Beòir

Fraoch Beòir. Mir ist immer noch nicht ganz klar, wie man das eigentlich richtig ausspricht. Jedenfalls ist es schottisches Gälisch und lässt sich als “Heide Bier” übersetzen. Die Geschichte dieses Bieres ist sehr spannend und sie ist auch Gegenstand von Mythen und Legenden. Eine davon wurde sogar im 19. Jahrhundert in ein Gedicht gebracht, das ihr unter den üblichen Informationen zu diesem Sud finden könnt.
Jedenfalls gibt es mittlerweile einzelne Brauereien, die sich an dieses sagenumwobene Bier heranwagen. Und genau das war der Plan: ein Ale zu brauen, dass als schottisches Heideblüten-Ale daherkommt.
In diesem Bier wird zur Abwechslung mal der Hopfen nur eine sehr geringe Rolle spielen. Läppische 12 IBU kommen hier nur vom Hopfen. Tatsächlich kann es aber trotzdem bitterer werden, denn es wird Gagel (Myrica Gale) verwendet, ein klassisches Kraut, das in keiner Gruut (mittelalterliche Kräutermischung für Bier) fehlen durfte. Dieser Gagel soll selbst auch Bittere und weiteren  Geschmack beitragen. Dazu gesellen sich dann noch die Heideblüten, die hoffentlich auch deutlich zu schmecken sein werden. Man darf gespannt sein.

Rezept
Stammwürze: 12,5°P
Bitterkeit: 12 IBU
CO2-Gehalt: 5,5 g/L

75% Pale Ale Malz
15% Weizenmalz, hell
10% Carared

Einmaischen bei 57°C
Eiweisrast bei 55°C für 10min
Kombirast bei 66°C für 70min 90min
Abmaischen bei 78°C

Hopfenkochen 90min
First Gold 100% als Vorderwürzehopfung
Gagel (getrocknet) 0,25g/L 60min vor Kochende
Heideblüten (getrocknet) 3,75g/L 20min vor Kochende
Gagel (getrocknet) 0,25g/L 20min vor Kochende
Gagel (getrocknet) 0,25g/L 5min vor Kochende
Heideblüten (getrocknet) 3,75g/L nach der Hauptgärung stopfen für 7 Tage

WYEAST #1728 Scottish Ale Danstar Nottingham bei 20°C anstellen und anschließend bei der selben Temperatur in Wohnräumen vergären

Das Brauen
Beim bereiten dieses Sudes gibt es ein paar Dinge die ungewöhnlich sind. Erstens, ist er der erste Sud, der mit der neuen Grainfather Connect Control Unit gebraut wurde – und das Gerät und ich mussten uns noch ein bisschen aneinander gewöhnen. Man kann das Gerät jetzt übers Handy steuern und dazu hatte ich eigentlich mein Rezept aus dem kleinen Brauhelfer brav als beerxml Datei exportiert, aber die App wollte das Rezept leider nicht übernehmen. Also wurde dieser Sud per Quick Profile gebraut, was ja auch funktioniert. Zwischendurch habe ich allerdings an der App herumgespielt und dadurch das Maischeprogramm abgebrochen. Leider kann man nicht einfach fortfahren oder das Quick Profile neu beginnen und einzelne Schritte überspringen, deshalb musste solange die Kombirast manuell länger gehalten werden und ein neues Quick Profile erstellt und gestartet werden. Leider wollte auch die Hefe nicht im Starter ankommen, sodass die Notfall Nottingham gebraucht wurde. Etwas überrascht war ich von den getrockneten Heideblüten, die in Kontakt mit der Würze zu einer extrem dicken Masse in meinem ziemlich großen 300micron Hopfenfilter wurden. Ohne diesen Filter hätten diese vielleicht die Pumpe stören können. Bis auf diese kleinen Schwierigkeiten lief es aber alles glatt.

Gärung bis Lagerung
Wiedereinmal tat der Grainfather Gegenstromkühler seine Arbeit sehr gut und die rehydrierte Nottingham konnte schnell an die Arbeit. Wenn die Hauptgärung durch ist, wird entsprechend dem Rezept nochmal Heide gestopft.

Verköstigung
folgt noch…

Etikett

Robert Louis Stevenson – Heather Ale, a Golloway Legend

From the bonny bells of heather
They brewed a drink long-syne,
Was sweeter far than honey,
Was stronger far than wine.
They brewed it and they drank it,
And lay in a blessed swound
For days and days together
In their dwellings underground.

There rose a king in Scotland,
A fell man to his foes,
He smote the Picts in battle,
He hunted them like roes.
Over miles of the red mountain
He hunted as they fled,
And strewed the dwarfish bodies
Of the dying and the dead.

Summer came in the country,
Red was the heather bell;
But the manner of the brewing
Was none alive to tell.
In graves that were like children’s
On many a mountain head,
The Brewsters of the Heather
Lay numbered with the dead.

The king in the red moorland
Rode on a summer’s day;
And the bees hummed, and the curlews
Cried beside the way.
The king rode, and was angry;
Black was his brow and pale,
To rule in a land of heather
And lack the Heather Ale.

It fortuned that his vassals,
Riding free on the heath,
Came on a stone that was fallen
And vermin hid beneath.
Rudely plucked from their hiding,
Never a word they spoke:
A son and his aged father—
Last of the dwarfish folk.

The king sat high on his charger,
He looked on the little men;
And the dwarfish and swarthy couple
Looked at the king again.
Down by the shore he had them;
And there on the giddy brink—
“I will give you life, ye vermin,
For the secret of the drink.”

There stood the son and father
And they looked high and low;
The heather was red around them,
The sea rumbled below.
And up and spoke the father,
Shrill was his voice to hear:
“I have a word in private,
A word for the royal ear.

“Life is dear to the aged,
And honor a little thing;
I would gladly sell the secret,”
Quoth the Pict to the King.
His voice was small as a sparrow’s,
And shrill and wonderful clear:
“I would gladly sell my secret,
Only my son I fear.

“For life is a little matter,
And death is nought to the young;
And I dare not sell my honor
Under the eye of my son.
Take him, O king, and bind him,
And cast him far in the deep;
And it ’s I will tell the secret
That I have sworn to keep.”

They took the son and bound him,
Neck and heels in a thong,
And a lad took him and swung him,
And flung him far and strong,
And the sea swallowed his body,
Like that of a child of ten;—
And there on the cliff stood the father,
Last of the dwarfish men.

“True was the word I told you:
Only my son I feared;
For I doubt the sapling courage
That goes without the beard.
But now in vain is the torture,
Fire shall never avail:
Here dies in my bosom
The secret of Heather Ale.”

(Quelle: http://www.poetryloverspage.com/poets/stevenson/heather_ale.html)

Kommentar verfassen