#1606 Solarenergie

Ein neuer Brautag – ein neues Rezept. Diesmal eigentlich eher ein Sommerbier. Aber da wir uns das schon seit dem Sommer vorgenommen haben, wirds halt im November gebraut und im Winter getrunken. Basis dieses Rezeptes ist das im Hobbybrauer-Forum beliebte „Samba Pale Ale„, das von einem User des alten Forums, mit Namen „Samba und Bier“, in Brasilien entwickelt wurde.
Schaut man sich die Rezeptvorlage an, wird schnell klar, dass es sich hier um ein helles Pale Ale mit vier verschiedenen Getreidesorten (Gerste, Weizen, Mais, Hafer) handelt. Im Zuge der Vorbereitung auf den Brautag habe ich mich im Forum gut über die Getreideformen informiert, die ich noch nie verwendet habe. Dabei stellte sich heraus, dass man bei der Verwendung von Polenta gut acht geben muss, dass man welche mit kurzer Kochzeit (15 min oder kürzer) nimmt, da man sonst leicht Gefahr läuft sehr lange maischen zu müssen um einen Blausud und Läuterprobleme zu vermeiden. Ich habe nach Empfehlung dazu die Polenta von Alnatura verwendet, da sie außerdem noch einen relativ geringen Fettanteil hat, was der Schaumstabilität gut tut.
Das Rezept wurde mit dem Kleinen Brauhelfer auf 50% High Gravity kalkuliert, so dass am Ende nach Verdünnen mit stillem Wasser 36L bei 13°P mit entsprechender Hopfung herauskommen sollten, was deutlich über der eigentlichen Ausschlagmenge des Grainfathers liegt.
Absichtliche Rezeptveränderungen sind die Erhöhung der Bittere auf 30 statt 20 IBU und eine weitere Hopfengabe in Form von 100g Citra Dolden nach Ablauf der Hauptgärung ins Gärgefäß. Versehentliche Änderung ist das Vergessen der 3% helles Caramalz.

Rezept
Stammwürze: 13°P
Bitterkeit: 30 IBU
CO2-Gehalt: 5,5 g/L

68,1% Pilsner Malz
13,6% Weizenmalz, hell
9,1% Polenta (Alnatura)
3,4% Cornflakes
3,0% Cara hell
2,8% Haferflocken (Kölln, Blütenzart)

Einmaischen bei 68°C
Kombirast bei 67°C für 90min
Abmaischen bei 78°C

Hopfenkochen 90min
Spalter Select 100% als Vorderwürzehopfung
Citra Dolden 2,8g/L für 4 Tage nach der Hauptgärung gestopft

Danstar Nottingham – angestellt bei 18°C, danach im Zimmer bei 20-22°C vergoren

Das Brauen
Der Brautag selbst verlief recht unauffällig. Schade natürlich, dass das Caramalz vergessen wurde, schmecken wird das Bier bestimmt trotzdem. Ich für meinen Teil kann nach diesem Sud feststellen, dass eine acht kg Schüttung das Maximum darstellt, das ich in den Grainfather geben würde. Die Maische war schon wirklich sehr sehr dick und es erforderte besondere Aufmerksamkeit um zu verhindern, dass sich trockenen Klümpchen hereinmogeln. Nach der recht langen Kombirast sollte man auf jeden Fall die Jodprobe nicht vergessen um sicherzustellen, dass die Stärke verzuckert wurde. Bei diesem Sud hat das Läutern mit ca 70min verhältnismäßig lange gedauert, aber am Ende wurde dies mit einer Punktlandung der Stammwürze belohnt, sodass auch tatsächlich 36L bei 13°P den Weg ins Gärfass geschafft haben.
Besonders schön fand ich es nach langer Zeit endlich mal wieder einen Sud mit der Nottingham zu vergären.

Gärung bis Lagerung
Der Grainfather Gegenstromkühler brachte die Würze auf 18°C, bei der dann auch gleich die rehydrierte Hefe gepitcht wurde. Das Gärgefäß stand aber die ganze Zeit in bewohnten Räumen bei 20-22°C und schon nach ca 12 Stunden konnte man sich über das Blubbern am Gärfass freuen. Nach ein paar Tagen war dann die Hauptgärung durch und die 100g Citra wurden für 4 Tage gestopft.

Verköstigung
Dieses Bier steht mit einem hellen gelb im Glas und bringt einen voluminösen, feinporigen Schaum mit sich, den man eventuell auf die Schüttung zurückführen kann. Der Geruch ist frisch, hopfig, zitronig-fruchtig und überaus angenehm. Im Geschmack ist es ausgewogen, fruchtig, schlank. Dieses Bier macht Lust auf mehr und verspricht die Erwartungen an ein Sommerbier vollends zu erfüllen. Das Hopfenaroma des Citra hat in diesem Fall recht schnell abgebaut: Nach zwei Wochen stach es noch überaus deutlich heraus, nach zwei weiteren Monaten fügte es sich eher subtil in den Rest ein. Es fehlt mir schwer zu sagen, zu welchem Zeitpunkt es mir besser geschmeckt hat – es war beinahe als hätte ich zwei verschiedene Biere gekostet. Es steht auf jeden Fall auf meiner To Do Liste für den Sommer, 4,5 Sterne.

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