#1605 Goldener Oktober

Nach einer längeren Sommerpause, nach der jetzt auch wieder eine ganze Menge Platz in der Kühlung für neues Selbstgebrautes ist, geht es also endlich wieder los mit Brauen. Dieser Sud ist gleich in doppelter Hinsicht neu für mich, da er erstens mit selbst angebautem Hopfen gebraut und zweitens untergärig vergoren wird. Es soll ein schöner, goldener Erntebock werden, dessen Bitterung durch gekauften Hopfen erfolgt (die Bestimmung der Alphasäure im eigenen Hopfen ist zu aufwending). Damit der Geschmack des eigenen Hopfens aber so richtig schön zur Schau getragen wird, werde ich 5g pro Liter in den Whirlpool geben sobald er 80°C hat. Es handelt sich übrigens um Cascade.

Rezept
Stammwürze: 16°P
Bitterkeit: 33 IBU
CO2-Gehalt: 5,5 g/L

80% Pilsner Malz
20% Münchner Malz TypI

Einmaischen bei 57°C
Kombirast bei 65°C für 60min
Abmaischen bei 78°C

Hopfenkochen 80min
Tetnanger 100% als Vorderwürzehopfung
Garten-Cascade 5g/l in den Whirlpool bei 80°C für 10min

Saflager W34/70 – anstellen bei 8°C, dann 2 Tage bei 9°C, dann Rest der Gärzeit bei 10°C

Das Brauen
War soweit relativ unspektakulär. Das einzige Novum war eben die Verwendung von Doldenhopfen, der auch nicht in die selbstgebastelte Hopspider, sondern direkt in den Grainfather geworfen wurde. Der mitgelieferte Filter vor der Pumpe hatte keine Probleme die Dolden abzuhalten. Die Sudhausausbeute lag bei den kalkulierten 64%.

Gärung bis Lagerung
Nach dem Kühlen im Durchlaufkühler des Grainfathers waren leider immer noch ca 18°C auf dem Thermometer. Daher wurde der Sud dann über Nacht in den auf 8°C eingestellten Bierkühlschrank verfrachtet um auf Anstelltemperatur herunter zu kühlen. Am nächsten Morgen erfolgte dann die Rehydrierung und Zugabe der Hefe. In den kommenden Tagen wird die Temperatur dann wie oben beschrieben angehoben. Außerdem spiele ich mit dem Gedanken eine Diacetylrast einzuschieben, da der W34/70 eine starke Diacetylproduktion zugeschrieben wird.
Nach der etwa 3 wöchigen Gärung stand das Bier erneut weitere 3 Wochen bei 20°C auf der Hefe und wurde danach zur Karbonisierung mit Zucker in Flaschen gefüllt. Nach Abschluss dieser wird es bei 5,5°C gelagert. Da Bockbier eine längere Lagerzeit ganz gut steht, werde ich ein paar Flaschen da auch eine Weile belassen.

Verköstigung
Bereits in der dritten Lagerungswoche ein sehr schmackhaftes Bier. Es kombiniert leichte Malzigkeit mit angenehmen Hopfenaromen (die ich auf meine Garten-Cascade zurückführe) und fügt sich dann zu einem frischen und zugleich ausgewogenen Bier zusammen. Dabei ist es vollmundig mit einer angenehmen Bittere. Mein Hopfen bringt übrigens Apfelaromen ins Bier. Bekam von mir 5 von 5 Sternen im Brauhelfer und wird definitiv zur nächsten Erntesaison wieder gebraut.

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