#1602 Dark Arts

Der Brautag des grandiosen zweiten Sudes ist nun zwar schon ein paar Tage (18.03.) her, aber dennoch soll er seinen Blogpost bekommen. Es handelt sich um ein Bier, das in Richtung Guinness gehen soll, also ein trockenes Irish Stout. Wiedereinmal hat das Hobbybrauerforum viel bei der Rezeptaufstellung geholfen, sodass es am Ende folgendermaßen gebraut wurde:

Rezept
Stammwürze: 10,5°P
Bitterkeit: 40 IBU
CO2-Gehalt: 4,0g/Liter

70% Bio Pale Ale Malz
25% Haferflocken (roh, zart)
5% Röstgerste

Einmaischen bei 40°C
Gummirast bei 40°C für 20min
Kombirast bei 66°C für 70min
Abmaischen bei 76°C

Hopfenkochen 90min
East Kent Golding 100% 90min

WYEAST #1084 Irish Ale Hefe

Das Brauen
Ein Sud Erfahrung mit dem Grainfather hatten wir ja nun schon im Gepäck, da saßen die Handgriffe gleich etwas besser. Ich glaube das Läutern dauerte vielleicht eine halbe Stunde länger, aber das schiebe ich mal auf die Schüttung und war völlig im Rahmen. Da es letztes mal Probleme mit der Pumpe beim Kühlen gab und ich vermutete, dass das durch einen mit Hopfen verstopften Filter verursacht wurde, hatte ich mir eine Hopspider gebaut die hier auch gleich zum Einsatz kam. Trotzdem kam das selbe Problem nochmal auf und siehe da – es lag tatsächlich an einem Sicherheitsventil, indem sich (bei vielen Grainfathern) gelegentlich etwas festsetzt. Also Kugel und Feder herausgenommen und die Würze floss richtig schnell durch den Gegenstromkühler. Am Ende lag die Stammwürze allerdings erheblich niedriger als geplant: Ich hatte mit einer Sudhausausbeute von 70% kalkuliert, dieser Brautag hat aber nur eine effektive Sudhausausbeute von 63,1% erreicht. Am Ende dann also nur 9,7°P statt der gewünschten 10,5°P. Naja, Bier wird’s ja bekanntlich immer.

Gärung bis Lagerung
Diesem Sud haben wir ca. zwei Wochen für die Hauptgärung gelassen, die diesmal bei kontrollierten 18°C stattfand. Am Ende ließ die Hefe einen Restextrakt von 2°P übrig – also 4,1% vol. Alkohol. Dann also mit fabier ausgerechnet wieviel Zucker pro Flasche benutzt werden muss für die gewünschte Karbonisierung und abgefüllt. Diesmal auch das erste mal mit der “Abfüllpistole Metall”, die das ganze stark beschleunigt und vereinfacht.

Nun befindet sich der Sud in der Nachgärung.

Dieser Sud wird unter dem Logo “Raketenbräu” etikettiert.

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Verköstigung
Dieses Bier hat mir als gelegentlichem Stouttrinker sehr gut gefallen. Es geht auf jeden Fall deutlich in Richtung Guiness, also wie geplant. Durch die ungeplante Abweichung der Sudhausausbeute war es allerdings etwas dünn. Meine Befürchtung, die Röstnoten könnten zu dominant sein, haben sich nach spätestens 2 Monaten Lagerung gelegt. Ich würde dieses Rezept so erneut brauen, wäre aber gespannt, wie es sich macht, wenn man es mit N2O und einem Stout-Zapfhahn ins Glas befördert. Der Schaum war einem Flaschen-Guinness ähnlich. Als low-budget Tip habe ich eine kleine Spritze aus der Apotheke genommen und bei etwa halber Füllung des Glases ein paar ml mit der Spritze entnommen und anschließend mit Schmackes wieder ins Glas gedrückt. Das führte zu einer Verbesserung des Schaumes, aber er ist noch ein gutes Stück von einem “richtigen” gezapften Stout entfernt gewesen.

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