#1811 Frühlings-Ale

Da ich das Glück habe Zugang zu einem wunderbaren Garten zu haben, hatte ich mir schon lange vorgenommen mit ein paar der Gewächsen ein Bier zu brauen. In meiner Vorstellung passt die Kombination aus Holunderblüten, Zitronenmelisse und Waldmeister wunderbar zusammen. Der Waldmeister sieht allerdings dieses Jahr leider nicht so gut aus, so dass ich lieber auf ihn verzichtet habe. Damit Holunderblüten und Zitronenmelisse gut rüberkommen habe ich mich mit späten Hopfengaben zurückgehalten. Grundsätzlich basiert das Rezept auf einem Holunderblütenale-Rezept, wurde aber noch an einigen Stellen verändert. Zum Beispiel habe ich bei der Schüttung geschaut, dass ich ein paar Reste meiner Caramalze leere. Der prozentuale Anteil an Caramalzen sieht zwar relativ hoch aus, man muss dazu aber einbeziehen, dass Carapils wenn es mitgemeischt wird noch von der Amylasen verzuckert wird. Allerdings ist die verwendete Hefe auch nicht gerade ein Hochvergärer. Dementsprechend habe ich den Maischeplan auf eher hohe Anteile vergärbarer Zucker eingestellt. Schlussendlich ergibt sich folgendes Rezept:

Rezept:
Stammwürze: 13°P
Bitterkeit: 30 IBU
CO2-Gehalt: 5,5 g/Liter

73% Pilsner Malz
11,5% Weizenmalz, Hell
9,7% CaraBelge
4,7% Carapils
1,1% CaraAroma
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#1810 Return of Molle

Der warme Frühling ist da und der Sommer steht vor der Tür! Da sind schlankere Getränke doch eine wirklich gute Idee und dazu passend ist es auch mal wieder Zeit für ein Tributbier. Das Return of Molle aber nimmt seine Form wieder mit einem abgewandelten Rezept an.

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#1808 Ein Märzen

Mit dem Brautag im April zwar verspätet hatte ich dennoch Lust mal ein Märzen zu brauen. Als Basisrezept habe ich auf Michas OG Märzen zurückgegriffen, dabei aber einige Parameter verändert. So hatte ich beispielsweise nicht die richtigen Mengen Münchner Malz da und habe es durch Maris Otter das noch da war ersetzt und. Darüber hinaus habe ich die Magnum-Bittergabe weggelassen und stattdessen die Spalter Select-Aromagabe erhöht. Damit das ganze etwas leichter wird habe ich auf 13°P statt auf 14°P kalkuliert und zu guter Letzt wurde die untergärige W34/70 statt der Danstar Nottingham verwendet.

Dies ist der erste Sud auf meiner eigenen Anlage seit ich aus Irland zurück bin. In der Zwischenzeit bin ich zur Rezeptkalkulation vom kleinen Brauhelfer auf Beersmith umgestiegen. Dementsprechend muss ich mich erstmal herantasten wie viel Brewhouse Efficiency ich für meine Berechnungen benötige. Außerdem habe ich mich mit Brew’n’Water vertraut gemacht und den Maische PH Wert mit Milchsäure auf 5,3 eingestellt, was die Sudhausausbeute ebenfalls nach oben korrigiert.

Rezept
Stammwürze: 13°P
Bitterkeit: 28 IBU
CO2-Gehalt: 5,5g/L

43% Wiener Malz
21% Münchner I
22% Pilsner
8% Maris Otter
6% Carahell

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Wie braut man eigentlich ein NEIPA?

Der Trend der IPAs hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Ging es zuvor um immer mehr Bittere kombiniert mit den klassischen West Coast IPA Hopfenaromen, hat es sich mittlerweile verändert. Bei den neuen “North Eastern” oder “New England” IPAs sind Hopfenaromen zwar immernoch im Fokus, es sind aber die tropischen Früchte und Steinfrüchte wie Aprikose, die die Kiefer-Zitrus-Kombinationen ablösen. Dabei wird klassischerweise die Bitterkeit reduziert, bei einigen Vertretern sogar drastisch.
Der zweite besonders hervorstechende Aspekt dieser IPA-Richtung ist dass es sehr trüb ist. Dabei geben einige erfolgreiche Brauereien dieses Bierstils an, dass die Trübung nicht Ziel des Brauens, sondern ein Nebeneffekt des Brauvorgangs ist. Was genau für die Trübung verantwortlich ist, ist noch nicht endgültig geklärt, die Hinweise deuten jedoch auf die Art und Menge des Hopfenstopfens hin. Aber dazu später mehr.
Zu guter Letzt soll noch eine dritte Besonderheit erwähnt sein: Ein North Eastern IPA hat im Idealfall ein besonders cremiges Mundgefühl.

Im Folgenden werde ich die Ergebnisse einer kleinen Recherche zu diesem Bierstil anbieten. Sie sollen dabei helfen, darzustellen wie man die Besonderheiten dieses Bierstils erreichen kann. Der Übersicht halber habe ich nach verschiedenen für die Rezepterstellung relevanten Baustellen gegliedert. Selbstverständlich erhebe ich dabei keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die zu Rate gezogenen Quellen sind am Ende des Artikels zu finden.
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#1807 Gosse Gin

Für eine Feier habe ich mich an einem Gin-Ansatz versucht, der auch tatsächlich extrem lecker war. Das Rezept habe ich vom Craftbeer & Friends Podcast Folge 11 und die Mengenangaben wurden bei der Konvertierung in Gramm eventuell leicht verändert.

Rezept:
1 Zimtstange
7g getrocknete Zitronenschale
9g getrocknete Orangenschale
13g Koriandersamen
18g Kardamom
6g Rosmarin, frisch
12g Pfefferminzblätter, frisch
6g Szechuan Pfeffer
10g Lemongrass, getrocknet und geschnitten
45g Wacholderbeeren
5L Doppelkorn „#1807 Gosse Gin“ weiterlesen

#1806 Ein Fass Cider

Während meiner Zeit in Irland habe ich sehr viele leckere Biere probieren können. Was aber im Vergleich zu Kneipenbesuchen in Deutschland besonders kontrastreich für mich war, waren die verschiedenen Ciders die es in so ziemlich jedem Pub neben Bieren am Hahn gab. Mein Lieblingscider war MacIvor’s Medium Cider und auch wenn ich nicht glaube, dass ich bei meinem insgesamt dritten Cider-Versuch (und schon gar nicht bei der Verwendung von Supermarktapfelsaft) qualitativ in die Nähe dieses unglaublich leckeren Getränks komme, möchte ich es dennoch wagen.

Rezept:
Stammwürze: 10,6°P (es wurde einfach Rewe-Apfelsaft genommen ohne Wasser oder Zucker zuzusetzen)
Bitterkeit: –
CO2-Gehalt: 6g/l

100% Apfelsaft
0,2g/L Hefenährsalz
Mangrove Jack’s M02 Cider Hefe bei ~17°C

Entgegen der bisherigen Cideransätze möchte ich diesen nicht mit Xylitol süßen, sondern stattdessen bei Ende der Gärung mit Campden die Hefe hemmen und anschließend neuen Apfelsaft für die Süße hinzugeben. Karbonisiert wird im Keg.

Flaschenpost Hausmate

Mate Eistee ist eins meiner liebsten Erfrischungsgetränke. Deswegen, und weil ich während meines Auslandsaufenthaltes in Irland nur schwerlich an dieses geliebte Getränk herankommen konnte, habe ich meine eigene Mate in Experimenten entwickelt. Der erste Schritt war dabei Rezepte zu googlen und nachzubrauen. Von einem netten Ausgangsrezept aus habe ich dann ein bisschen mit den Mengenverhältnissen und den Zutaten variiert. Mit dem letzten Experiment bin ich besonders zufrieden und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass ich für’s erste bei folgendem Rezept bleiben werde (auch wenn ich sicher demnächst mal ein Mateexperiment mit Hopfen machen werde). Dabei ist zu beachten, dass diese Art der Zubereitung Kegs und eine CO2 Anlage voraussetzt. Will man ohne diese Dinge die eigene Mate machen, so muss man stattdessen ein Konzentrat ansetzen und es zum Servieren entsprechend mit Sprudelwasser vermengen.

Die alles entscheidende Zutat ist meiner Erfahrung nach der konkrete Matetee den man als Basis verwendet. Die können sich tatsächlich erheblich von einander unterscheiden. Nach einigen Experimenten gefällt mir der Pajarito Yerba Mate Elaborada aus Paraguay ganz gut. Neben der Mate hab ich auch mit unterschiedlichen Zitrusfrüchten, Zuckerarten und Guarana herumprobiert. Bis jetzt gefällt mir aber das folgende simple Rezept am besten. „Flaschenpost Hausmate“ weiterlesen

#1805 Flaschenpost Pils

Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass demnächst ein untergäriges Bier den Weg ins Repertoire der Brauerei Third Barrel Brewing finden soll. Deshalb habe ich ein Rezept gebastelt, das eventuell in der Lage ist dies zu erfüllen. Es geht hier um ein schönes hopfiges norddeutsches Pils, wie man es leider selbst in Norddeutschland nicht mehr so leicht findet – viele klassischen Vertreter dieser Stilrichtung haben ihren Rezepte leider große Mengen Hopfen entzogen wie man am Beispiel von Becks mit 21 IBU sehen kann.

Dieser Sud nun bekommt eine ordentliche Portion klassischer deutscher Hopfensorten die in ihrer Gesamtzusammenstellung klassisch grasig-würzig-hopfige Aromen mit einem leicht blumigen Eindruck einbringen sollen. Das Maischeprogramm ist an die Bedingungen in der Brauerei (Infusionsmaische) angepasst und sähe zuhause auf meinem Grainfather etwas anders aus. Einigen Berichten anderer Hobbybrauer zufolge eignet sich die gewählte S-189 Hefe besser für diese Stilrichtung als die W34/70, die Malzigkeit leicht betont.

Rezept
Stammwürze: 11,9°P
Bitterkeit: 40 IBU
CO2-Gehalt: 5,5g/L

100% Pilsner Malz „#1805 Flaschenpost Pils“ weiterlesen

#1804 M-Alt

Nachdem ich die meiste Zeit meiner Braukarriere damit verbracht habe Biere zu brauen, die man in Deutschland nicht so einfach findet, habe ich mit der Zeit auch immer mehr deutsche Bierstile auf meine Liste gesetzt. Nun, da ich bei Third Barrel Brewing in Dublin ein dreimonatiges Praktikum absolviere, ermöglichen mir die Brauer dort auf ihrer “kleinen” 100L Anlage einige der Rezepte zu brauen, die sich so mittlerweile auf meiner Liste angesammelt haben. Die Rezepte werden auch mit dem Fokus auf den irischen Markt ausgewählt – wäre ja schön, wenn ich der Brauerei auch was bleibendes hinterlassen könnte.

Der erste meiner Sude hier wird nun ein Altbier. Zum einen deswegen, weil die Brauerei in ihrem Portfolio den Fokus auf hopfige Biere legt und da vielleicht gelegentlich ein malzigeres nicht schaden könnte. Zum anderen, weil meine Erzählungen von Altbierbowle die Neugierde der Brauer geweckt hat. Nun ist Altbier nicht gerade ein Stil der in Göttingen oft anzutreffen ist, deswegen bin ich auch besonders gespannt wie dieses nun tatsächlich wird. Das Rezept basiert auf dem beliebten Schumacher Altbier Rezept von Tauroplu.

Rezept:
Stammwürze: 12°P
Bitterkeit: 33IBU
CO2-Gehalt: 5,0 g/L

64% Wiener Malz
18% Münchner Malz I
10% Caramünch II
4% Biscuit
2% Melanoidin Malz
2% Carafa Spezial II „#1804 M-Alt“ weiterlesen